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Der Vertrag von Verdun

traité de Verdun

Der Vertrag von Verdun

Bei dem im August 843 unterzeichneten Vertrag von Verdun handelt es sich gleichzeitig auch um den ersten wichtigen Vertrag auf europäischer Ebene. Zahlreiche Historiker sehen diese Aufteilung bzw. Teilung der Macht im damaligen Fränkischen Reich (Karolingerreich) als Grundlage für das heutige Europa an.

 Aufteilung des Reiches

Unter der Herrschaft von Ludwig dem Frommen, Sohn und Nachfolger von Karl des Großen, wurden verschiedene Projekte für die Aufteilung des Karolingerreiches ins Leben gerufen.

Nach dem Tode ihres Vaters Ludwig der Fromme im Jahre 840 stritten seine 3 Söhne Lothar (795-855), Louis (806-876) und Karl der Kahle (823-877) darum, wer Anspruch auf das Erbe ihres Vaters habe.

Nach dem Ludwig der Deutsche und Karl der Kahle während des Bruderkrieges Oberhand gegen ihren Bruder Lothar gewonnen hatten, unterzeichneten sie feierlich ihr gemeinsames Bündnis im Juni 842, die so genannte Straßburger Eide. Hierbei wurden auch 120 Kommissare (Gesandte der von der Aufteilung betroffenen Herrscher) ernannt, die in Metz zusammentrafen, um eine gerechte Aufteilung des Reiches auszuarbeiten.

Nach dreijährigen Streitigkeiten, Kämpfen und Verhandlungen unterzeichneten die 3 Brüder schließlich im Jahre 843 den Vertrag von Verdun, der die Aufteilung des Erbes ihres Vaters Ludwig der Fromme regelte.

„Die Grundlage dieser Aufteilung ist allgemein bekannt: Karl (der Kahle) wurde König des Westfrankenreiches, das an den Osten der Flüsse „Die Rhone“, „Die Saône“ und „Die Maas“ angrenzte; Ludwig (der Deutsche) wurde Herrscher des Ostfrankenreiches auf der anderen Rheinseite und Lothar wurde ein langlinig verlaufendes Reich mit den beiden Hauptstädten Rom und Aix, das sich von der heutigen Provinz Friesland der Niederlande bis ins Jura erstreckte sowie gleichermaßen das Burgund und Italien umfasste, zugewiesen.“

Verdun nach der Aufteilung des Reiches

Verdun wurde dem Reich Lothars zugeordnet und verblieb mehr als 7 Jahrhunderte lang in dessen Besitz.

Das Jahr 843 gehörte zur Glanzzeit Verduns. Die rege Handelstätigkeit war vor allem den Händlern zu verdanken, die vom Süden Spaniens bis hin zu den Grenzen der an die Elbe angrenzenden Länder und die Donau-Regionen vertreten waren.

Verdun war dazu in der Lage, dem Bedarf der Truppen der drei Könige Genüge zu leisten sowie die Versorgung von Mensch und Tier zu garantieren.

Unter dem Vorsitz des Gottesvertreters Bischof Hilduin (824-847), einem Vertrauten von Ludwig dem Frommen, wurde die Aufteilung des Reiches in der Kathedrale von Verdun zelebriert. Dies bildete den Grundstein für die europäische Geschichte Verduns.

Von dem berühmten Vertrag von Verdun liegen weder ein Originalexemplar noch Kopien vor. Die verfügbaren Informationen wurden von Nithard, einem Enkel von Karl dem Großen, bereitgestellt.