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1914: Die Umgebung von Verdun

1914: Die Umgebung von Verdun

« Sous Verdun » (Während Verdun)

Der Titel dieses Artikels wurde dem 1916 erschienenen Werk von Maurice Genevoix entliehen, in dem die Kämpfe von 1914 im Nordwesten und Südosten von Verdun beschrieben wurden, die zum Schutze dieses wichtigen Dreh- und Angelpunktes stattfanden, der nach dem Ende der Schlacht an der Marne zu wesentlichen Einschnitten in den deutschen Stellungen führte.

Während der ersten Kriegswochen nahmen die Deutschen gemäß Schlieffen-Plan Luxemburg ein und griffen danach Longwy an. Innerhalb weniger Wochen war die Grenzenschlacht verloren. Die Deutschen waren nunmehr im Norden des Departements Meuse präsent. Die französische Armee verließ den Vorposten Montmédy am 27. August, nachdem sie alle Zugangs- und Versorgungsmöglichkeiten zerstört hatten. Die im Norden des Departements Meuse ansässige Zivilbevölkerung, die nur noch in geringer Zahl hiergeblieben war, erlebte von nun an eine 4-jährige Besetzungszeit.

Die Deutschen schritten immer weiter voran und erreichten eine Linie, die ungefähr von Revigny-sur-Ornain nach Verdun führte sowie über Vaubécourt und Beauzée verlief. Zum Zeitpunkt der stärksten, deutschen Angriffe befand sich Verdun in einer eher prekären Lage. Paris musste nämlich nach allen Kräften verteidigt werden. Nur dies war für Joffre von Wichtigkeit. Während der Schlacht an der Marne verliefen die Kämpfe zwischen Souilly und La Vaux Marie (in der Nähe von Rembercourt) am 09. und 10. September 1914 besonders blutig. Allerdings setzten diese Kämpfe dem deutschen Voranschreiten in diesem Sektor, gefolgt von einem Rückzug, der sich später auf die gesamte Marne-Front übertrug, ein Ende.

Saint Mihiel und Vauquois wurden eingenommen

Der Hügel „Butte du Vauquois“ in der heutigen Zeit

Gleich nach der Schlacht an der Marne, die das Ende der deutschen Angriffe und den Rückzug der Deutschen an die Ufer des Flusses L’Aisne kennzeichnete, wurde die Front stabilisiert und veränderte sich bis zum Kriegsende, das 4 Jahre später eintreten sollte, nur noch geringfügig. In der Umgebung von Verdun, die nunmehr einen deutlichen Einschnitt in die feindlichen Linien bildete, wurden die Kämpfe beharrlich weitergeführt. Am 24. September 1914 wurden Saint-Mihiel und Vauquois eingenommen. Die Franzosen versuchten, die Stellungen in den Höhenlagen von Les Eparges und Vauquois, die von den Deutschen besetzt wurden, wieder einzunehmen. Diese Stellungen warteten mit einer günstigen Lage für die Zugänge zu den wichtigsten Dreh- und Angelpunkten der Kämpfe auf. Der Hügel „Butte de Vauquois“ ermöglichte die Kontrolle der Linie „Chalons Verdun“ und des Kammes „Crête des Eparges“ und „Commercy“.

Am 17. Februar 1915 wurden die von den Deutschen besetzten Gebiete in Les Eparges und Vauquois bei einem Angriff der französischen Armee wieder in französischen Besitz genommen. Weitere Angriffe folgten, bei denen es allerdings genauso viele Opfer zu beklagen gab. Paradoxerweise handelte es sich bei dieser Schlacht um die Höhenlagen gleichzeitig um eine unterirdische Schlacht. Um den Hügel „Butte de Vauquois“ und den Kamm „Crête des Eparges“ zu kontrollieren, gruben die Deutschen und Franzosen gleichermaßen unterirdische Gänge und legten dort Minen aus, die sie direkt unter ihren Feinden explodieren ließen. Kilometerlange Galerien, unterirdische Gänge, Schächte wurden immer und immer tiefer gegraben. Die explosiven Ladungen wurden immer stärker und deren Auswirkungen immer zerstörerischer und schrecklicher. Dies bezeugen weiterhin in der Gegenwart erkennbare Minentrichter, die in den Sektoren vorhanden sind, in denen diese Kampftechnik einst eingesetzt wurde.

Die oberirdischen Kämpfe wurden allerdings uneingeschränkt weitergeführt. Die Franzosen nahmen den Hügel „Butte de Vauquois“ am 04. März 1915 erneut ein. Trotz des deutschen Widerstandes gelang es den Franzosen, sich im südlichen Teil der Ortschaft niederzulassen. Nun Begann der Stellungskrieg. Die Ortschaft wurde später am Fuße des Hügels neu errichtet. Am 10. und 11. April konnten die Franzosen den Punkt X, den höchsten Punkt des Kammes „Crête des Eparges“, bei erneuten Kämpfen wieder einnehmen, ohne die Deutschen jedoch vollständig aus diesem Gebiet vertreiben zu können.

Landschaft im Sektor „Les Eparges“