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Der Beginn der Kämpfe

Der Beginn der Kämpfe

 Der Schlieffen-Plan 

Ab dem 19. Jahrhundert wurden Schlachten und Kriege nicht mehr nur im Hinblick auf die damit verbundenen Handlungen, sondern auch auf den Komfort und den Frieden zwischen den Kriegsgegnern geplant.

Folglich konnte der 1913 verstorbene Alfred von Schlieffen, deutscher Generalfeldmarschall, die Umsetzung seines strategisch-operativen Plans für die Einnahme Frankreichs, den er seit 1898 ausarbeitete und bis zu seinem Übergang in den militärischen Ruhestand „perfektionierte“, nicht persönlich mitverfolgen. Sein Nachfolger Moltke wurde mit der Ausführung dieses Plans gleich nach der offiziellen Kriegserklärung beauftragt.

Unter Berücksichtigung der französisch-russischen Allianz von 1892 und des Risikos, bei Auseinandersetzungen in eine Falle zu geraten, sah Schlieffen vor, einen schnellen Krieg durchzuführen, der an der Westfront stattfinden sollte, und die deutsche Armee danach an der Ostfront gegen das Zarenreich einzusetzen, da die Deutschen davon ausgingen, dass die Mobilisierung der großen, russischen Gebiete 6 Wochen bzw. 42 Tage Zeit in Anspruch nehmen würde. Für Schlieffen war dieser schnelle Sieg nur möglich, wenn den Verteidigungswällen der Franzosen, die um Verdun, Toul, Epinal und Belfort errichtet worden waren, aus dem Wege gegangen würde. Die deutsche Lösung schlug folglich vor, über Belgien zu gehen, und dies trotz des neutralen Status, der diesem Land seit 1839 im Rahmen eines Vertrages zugeteilt worden war. Desweiteren sollten die Truppen Luxemburg durchqueren, um die französische Armee einzukesseln – da Verdun sich an einem wichtigen Dreh- und Angelpunkt befand – und danach bis zur schweizerischen Landesgrenze zurückzudrängen. Dies sollte nach der vorherigen Einnahme von Paris geschehen. Gut sieben Achtel der deutschen Armee wurde an der Westfront stationiert, um den Schlieffen-Plan in die Tat umzusetzen.

Joffre greift den Osten an

Joffre wiederum plante einen Gegenzug im Osten, jedoch scheiterten seine Angriffe in Lothringen und im Elsass. Das Kriegsgeschehen breitete sich nunmehr sehr schnell auf die Ardennen und den Sektor von Mangiennes (10. August 1914) bis kurz vor Verdun aus. Am 24. August kämpfte die Armee des Kronprinzen auf den Höhenlagen der Maas „Hauts de Meuse“ und versuchte, die Maas-Stadt einzunehmen. Der zuständige Gouverneur für Verdun war Coutanceau. Die dritte Armee, die sich innerhalb des südlichen Sektors und im Westen von Verdun befand, wurde von General Sarrail am 30. August umstationiert. Während dieser Zeit bewegten sich die Fußtruppen der deutschen Armee in Richtung Belgien und danach auf dem französischen Staatsgebiet weiter. Die Grenzenschlacht war verloren. Die Stadt Verdun verfügte weiterhin über ihre Position als wichtiger Dreh- und Angelpunkt. Jetzt wurde die Schlacht an der Marne vorbereitet.

Die Schlacht an der Marne: von Senlis nach Verdun (06. bis 13. September 1914)

Bestimmte Historiker halten den Begriff „Schlacht der Marne“ für nicht aussagekräftig genug. Tatsächlich umfasste diese Schlacht, die am 05. September 1914 begann, nämlich eine über 250 bis 300 km verlaufende Front, wenn man das Epizentrum dieser Schlacht und das extreme Voranschreiten der Deutschen berücksichtigt, die bis nach Ourcq (im Departement Marne) vordringen konnten. Diese Front reichte von Senlis im Norden von Paris bis nach Verdun. Hierbei handelte es sich in der Geschichte der Menschheit auch um eine „Premiere“, da es zuvor noch nie so lange Kriegsfronten gab. Eine weitere „Premiere“ wurde in Europa von der Tatsache gebildet, dass die Franzosen und Briten unter dem gleichen Kommando Seite an Seite kämpften.

Das spektakuläre Voranschreiten der deutschen Truppen

Am 05. September 1914, dem 35. Kriegstag (der Krieg wurde den Russen am 01. und Frankreich am 03. August erklärt), konnte ein spektakuläres Voranschreiten der deutschen Truppen verzeichnet werden. Zudem waren die Deutschen davon überzeugt – laut Schlieffen-Plan – einen entscheidenden Sieg nach dem Rückzug der Franzosen zu erlangen. Allerdings fand der Rückzug der Franzosen in aller Ruhe statt. Der Gegner erwartete ein allgemeines Chaos, und keinen ruhigen Rückzug der Franzosen. Die Moral der Truppen blieb hiervon unbeeinträchtigt.

Zwischen den beiden wichtigen Kampfgebieten Paris und Verdun, die von Joffre zuvor gestärkt worden waren, fanden tödliche Kämpfe statt. Im Westen und Norden von Verdun hielt der General Sarrail, der die 3. Armee seit dem 02. September leitete, den feindlichen Angriffen stand. Diese Angriffe dienten dazu, die über Belgien nach Frankreich eingedrungenen Fußtruppen auf dem linken Flügel zu erreichen, die seit Beginn der Kämpfe über immer stärkere Positionen verfügten. Die von Coutanceau kontrollierte Stadt Verdun diente für die 3. französische Armee, als Dreh- und Angelpunkt, wobei die Armee von hier aus den Angriffen der 5. Armee des Kronprinzen entgegenhalten sollte.

Die deutsche Niederlage 

Die deutsche Armee schritt innerhalb des Departements Marne immer weiter voran und versuchte, die französischen Linien im Sektor von Ourcq zu durchbrechen. Allerdings fand ein britisch-französisch Gegenangriff statt, von dem vor allem die bekannte Episode der Marne-Taxis in Erinnerung geblieben ist. Die insgesamt 750 Pariser Taxis, die zuvor vom Verteidiger von Paris, Gallieni, konfisziert worden waren, transportierten die in Paris stationierten Soldaten in diesen Kampfsektor. Die Strategie von Joffre, bei der u. a. ein Ausbau der Front angestrebt wurde, um die Deutschen von ihren Stützpunkten zu entfernen, fing nach und nach an, effiziente Auswirkungen zu zeigen. Die für einen allgemeinen Gegenangriff erforderlichen Bedingungen waren nunmehr erfüllt. Die Alliierten, die nichts von ihrem Kampfgeist eingebüßt hatten, kämpften zur großen Überraschung der feindlichen Truppen mit allen Kräften weiter. Zudem wies das Kommando der deutschen Truppen zeitweise auch verschiedene Mängel auf. Zwischen den Armeen von Von Kluck und Von Bulow trat eine Funkstille ein. Die Deutschen erlangten den erwarteten Sieg nicht und fürchteten nunmehr die Einkesselung der bereits weit vorangeschrittenen Truppen. Tatsächlich befahl Moltke am 10. September 1914, dem 40. Kriegstag, den Rückzug seiner Truppen. Der Schlieffen-Plan war fehlgeschlagen.