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Die Mondialisierung des Krieges

Die Mondialisierung des Krieges

Bei der ersten Mondialisierung des 20. Jahrhunderts handelte es sich um die Mondialisierung des Krieges, der sich schließlich über 5 Kontinente erstreckte.

Die Kriegserklärung Österreichs-Ungarns an Serbien am 28. Juli 1914 führte zu einer Kettenreaktion, die nach Abschluss eines 4-jährigen Konfliktes auf die Beteiligung von 50 Nationen aus 5 Kontinenten zurückblickte. Sage und schreibe 50 Nationen, zu denen alle wichtigen Staatsmächte aus dieser Zeit zählten. Sage und schreibe 50 Nationen, die heute in noch größerer Zahl vertreten wären, da die damaligen Reiche, bei denen es sich um Staaten mit verschiedenen Nationen oder auch Kolonialbereiche handelte, mittlerweile gesplittet wurden. Für die besiegten Nationen fand dies direkt nach dem Waffenstillstand stand, die Alliierten waren hiervon erst später aufgrund der Auswirkungen der Entkolonialisierung betroffen.

Der Kriegsbeginn

 

Der Konflikt weitete sich bereits innerhalb der ersten Tage auf weltweite Ebene aus. Frankreich verfügte in großer Zahl und Deutschland in weniger großer Zahl über Kolonien in Afrika und Asien. Großbritannien verfügt auch heute noch über eine recht große Zahl an Kolonien und konnte zudem auf die Herrschaftsgebiete, die so genannten „Dominion“ zählen, bei denen es sich um Kanada, Australien, Neuseeland und Südafrika handelte. Der Status dieser Länder verlieh ihnen eine Autonomie im Hinblick auf die Verwaltung der internen Angelegenheiten, jedoch wurde die Außenpolitik weiterhin von der britischen Krone kontrolliert. Britisch-Indien, zu dem heute noch Pakistan und Bangladesh zählen, wurde ebenfalls mobilisiert: Die berühmte Indische Armee (Army of India) wurde 1895 offiziell ins Leben gerufen.

           

Die französische Nation, die zweitwichtigste Kolonialmacht der Welt, hatte ihr Reich seit 1830 ständig vergrößert und auch Alger erorbert. Maghreb, Schwarzafrika (hauptsächlich der westliche Teil), Ferner Osten, Ostindienkompanien, zu denen auch die bekannten Ortschaften Puducherry und Chandannagar zählten, gehörten zu Beginn des Ersten Weltkrieges zum Kolonialgebiet Frankreichs.

Die japanische Nation, ein Alliierter Großbritanniens, erklärte Deutschland am 23. August 1914 den Krieg. Die sich über einen weiträumigen Bereich erstreckende, russische Nation, umfasste u. a. auch Finnland, die Ukraine, Georgien und einen Großteil von Polen. Die je nach Sektor unter deutscher oder russischer Herrschaft stehenden Polen entschieden sich jeweils, für eine dieser beiden Nationen zu kämpfen, verfolgten hierbei jedoch das gleiche Ziel: nämlich die Erlangung der Unabhängigkeit für Polen. Die Nation Österreich-Ungarn bildete ein kunterbuntes Mosaik verschiedener Völker und Religionszugehörigkeiten, das nach der Niederlage in abertausende Stücke zerbröckelte. Genauso wie das Osmanische Reich, ein Dauerfeind, das während des Konfliktes aufgrund der vorliegenden Umstände zu einem Alliierten wurde.

           

 Die Ausweitung des Konfliktes

 

In den auf den Kriegsbeginn folgenden Jahren nahm der eingeleitete Konflikt ein immer größer werdendes Ausmaß an.

Italien verpflichtete sich im Mai 1915 zur Unterstützung der Alliierten sowie Bulgarien im Verlaufe des gleichen Jahres zur Unterstützung der zentralen Kolonialreiche. Die junge Republik Portugal trat der britisch-französischen Seite im Jahre 1916 zu.

Jedoch verlieh erst das Jahr 1917 diesem Krieg sein weltweites Ausmaß. Denn am 06. April 1917 traten die Vereinigten Staaten in die Kriegsgeschehnisse ein. Der damalige Präsident Wilson forderte die bis dahin neutralen Länder in einem Rundschreiben dazu auf, sich gegen die deutschen Truppen zu engagieren. Die Vereinigten Staaten von Amerika brachten folglich zahlreiche Länder Südamerikas, zu denen auch Brasilien und Peru zählten, mit in die Kriegsgeschehnisse ein. Bestimmte Nationen, wie zum Beispiel Mexiko, Argentinien oder auch Chile, blieben diesem Konflikt jedoch fern.

Auf der anderen Seite der Erdkugel verpflichtete sich China im August 1917 zur Verteidigung der Alliierten. Zuvor wurden bereits 140.000 chinesische Arbeiter von Frankreich und Grßbritannien für Beförderungs- und Reinigungsarbeiten in unmittelbarer Frontnähe in Frankreich und Belgien engagiert. Dies geschah bereits vor der tatsächlichen, chinesischen Kriegserklärung.

           

Die Karten werden erneut verteilt 

 

Folglich verpflichteten sich zahlreiche Länder in diesem Krieg, wobei sich die meisten von ihnen dazu entschieden, gegen die zentralen Kolonialreiche zu kämpfen. Bestimmte Länder sahen diesen Krieg als eine ideale Möglichkeit, ihre Unabhängigkeit zu untermauern. Hierzu zählten beispielsweise die britischen Dominions, die nach Kriegsende in ihrem eigenen Namen im Völkerbund vertreten waren. Andere Länder wieder nutzten diesen Krieg dazu, um ihre Identität zu bestätigen und den Status einer Nation fordern zu können. Beispiel: Die Polen und die Tschechoslowaken. Wieder andere Länder wollten ihre Institutionen stärken und das nationalistische Volksgefühl fördern. Beispiel: die junge Republik Portugal. Folglich wurden die Karten gleich nach Ende des Ersten Weltkrieges erneut verteilt. Die Demokratie besiegte die autoritären Herrschaften: ein Sieg des Rechtes über die Macht. Die Welt gestaltete sich demokratischer, gerechter, freier… zumindest ein paar Jahre lang.