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Verdun, eine geschichtliche Verpflichtung

Verdun, eine geschichtliche Verpflichtung

Verdun, „plus jamais ça“ (diese Ereignisse dürfen sich nie wiederholen)

Dieser Krieg ging bereits in die Weltgeschichte ein, als er noch in vollem Gange war. Er hinterließ bei den Menschen und vor allem bei den an den Kämpfen direkt beteiligten Personen deutliche Spuren. „Plus jamais ça“ – so lautet die einfache, aber eindeutige Formulierung derer, die diese Geschehnisse hautnah miterlebten: Nämlich „die Hölle von Verdun“. Da diese Zeitzeugen mittlerweile verstorben sind, ist es eine Pflicht, den heutigen und kommenden Generationen von dem Ersten Weltkrieg zu berichten: die Schlacht von Verdun und die damit verbundenen, schrecklichen Ereignisse. Nur durch die Kenntnis dieser Informationen ist es möglich, zu gedanklichen Überlegungen zum Thema Krieg und den damit verbundenen Dramen anzuregen.

Aus diesem Grunde ist die Pflicht des Gedenkens, zu der regelmäßig aufgerufen wird, heutzutage zu einer geschichtlichen Verpflichtung geworden. Und hiermit geht gleichermaßen die Pflicht, diese Ereignisse zu erläutern und zu lehren, einher. Hierbei muss vor     allem auf die Genauigkeit der Berichte geachtet werden, zudem spielen auch die realitätsgetreue Darstellung, die Spuren dieser Ereignisse und der Symbolgehalt der damaligen Kämpfe eine sehr wichtige Rolle. Von ideologischen Ansätzen ist hierbei vollständig abzusehen.

 Die Zeitzeugen der geschichtlichen Vergangenheit Verduns

Maurice Genevoix, Soldat und Schriftsteller, berichtete von den Ereignissen und dem damit verbundenen, schrecklichen Leiden bei den Kämpfen des Ersten Weltkrieges in seinem Werk „Ceux de 14“. In wenigen Worten fasst er die Opfer zusammen, die von seinen Zeitgenossen gefordert wurden: „Man forderte von uns mehr, als ein Mensch zu leisten vermag, und wir dies geleistet“.

Dennoch war und ist es für die gesamte Nation und die Überlebenden während des Krieges, in den darauffolgenden Jahren bis in die Gegenwart von größter Wichtigkeit, die Erinnerung an diese Ereignisse wachzuhalten und die gefallenen wie auch überlebenden Soldaten zu ehren. Die Berichte der Zeitzeugen wurden zu einer wichtigen Pflichthandlung. Alles andere wäre ein Verrat gegenüber den auf dem Schlachtfeld gefallenen Kameraden gewesen. Bereits im Jahre 1916 verfasste Maurice Genevoix einen Zeitzeugenbericht über die Kämpfe von 1914 mit dem Titel „Sous Verdun“ (Während Verdun). In diesem Bericht erläuterte er seine tagtäglichen Erlebnisse als junger Offizier sowie den Lebensalltag der Soldaten, den er in Argonne, auf dem Bauernhof von Vaux Marie und später in Les Eparges persönlich miterlebte. Nach Kriegsende wurde in zahlreichen Berichten versucht, das schreckliche Kriegsgeschehen zu beschreiben. Die Verfasser, die keine großen Reden niederschreiben und glorreiche Erzählungen wollten, legten vor allem großen Wert darauf, ihre „persönlichen“ Kriegserlebnisse und ihr während des Krieges erlittenes Leiden in Worte fassen zu können. Die Erinnerung und das Teilen dieser Erlebnisse wurden im Hinblick auf die künftigen Generationen gleichermaßen zu einer Pflicht.La médaille de Verdun

Das dauerhafte Gedenken an die Kämpfe muss auch von verschiedenen Behörden gepflegt werden.

Am 20. November 1916 ließ sich der Gemeinderat von Verdun mitten im Kriegsgeschehen in Paris in den Räumlichkeiten in der „Rue de Bellechasse“, dem heutigen Sitz der ehemaligen, französischen Kriegsteilnehmer „Anciens Combattants“ nieder und entschied sich für die Ausgabe der Medaille von Verdun, die „großen Chefs, Offizieren, Soldaten, allen Personen, Helden wie auch anonymen Kriegsteilnehmern, Überlebenden wie auch Todesopfern…“ verliehen werden sollte. Die Stadt Verdun, die „die ungeschädigt auf ihren Ruinen ruht, verleiht diese Medaille als Zeichen der Anerkennung“.

„Verdun, on ne passe pas“ steht auf der Rückseite der Medaille von Verdun geschrieben. Hierbei handelt es sich um eine Formulierung des Präsidenten Raymond Poincaré in der unterirdischen Zitadelle von Verdun am 16. September 1916.

Wenige Wochen zuvor hielt sich der damalige Staatschef Raymond Poincaré in der unterirdischen Zitadelle von Verdun auf. Er zeichnete die Stadt Verdun bei dieser Gelegenheit mit der „Légion d’Honneur“ und dem „Croix de Guerre“ sowie verschiedenen Auszeichnungen ausländischer Mächte aus. Bei seiner mittlerweile in die Geschichte eingegangenen Rede sprach er bereits einige Monate vor dem tatsächlichen Datum von der Niederlag Deutschlands in Verdun: „Hier befinden wir uns in den Mauern, an denen die Hoffnungen der deutschen Mächte zerbrochen sind. Hier versuchte Deutschland, einen lauten und theatralischen Sieg zu erlangen. Mit Ruhe und Entschlossenheit machten ihnen die Franzosen ihnen ihre Devise deutlich: „On ne passe pas“. Die Formulierung „Verdun, on ne passe pas“ wurde später auf die Rückseite der Medaille von Verdun übertragen.

Am 26. April 1922 traf der Gemeinderat die Entscheidung, dass die Medaille den „Soldaten der französischen Armeen und der Alliierten, die zwischen dem 31. Juli 1914 und dem 11. November 1918 in der Armee von Verdun, inklusive dem Sektor zwischen Argonne und Saint-Mihiel, in der unter Kanonenbeschuss stehenden Zone (ausgenommen von Flugzeugbombardierungen)“ im Einsatz waren, verliehen werden sollte. Gleichzeitig wurde das Goldene Buch der Verduner Soldaten „Livre d’or des Soldats de Verdun“ eröffnet. Die speziell für das Goldene Buch erschaffene Kommission „Commission du Livre d’Or“ war dafür zuständig, die Nachweise der Soldaten oder deren Familien, die sich an die Kommission wendeten, zu prüfen. Auch heute noch, fast einhundert Jahre nach Kriegsende, fordern die Nachfahren der Soldaten Kopien der Seiten des Goldenen Buches an, auf denen die Namen ihren an den Kämpfen beteiligten Familienmitglieder vermerkt werden.

Verdun und der Unbekannte

Im November 1916 wurde gleichermaßen zum ersten Male die Idee zum Ausdruck gebracht, einen unbekannten Soldaten im Panthéon beizusetzen. Diese Idee fand regen Anklang und wurde von der Nationalversammlung im November 1919 verabschiedet. Schließlich wurde der Triumpfbogen als letzte Ruhestätte für den anonymen Helden ausgewählt. Dieser wurde in Verdun, dieser Stätte mit großem Symbolgehalt, unter 8 Soldaten ausgewählt „deren französische Staatsangehörigkeit sicher ist, aber von denen keine weiteren, persönlichen Angaben vorliegen“. Die sterblichen Überreste dieser Soldaten stammten aus den 8 großen Kampfsektoren des Ersten Weltkrieges (Artois, Somme, Île-de-France, Chemin des Dames, Champagne, Lothringen, Verdun und Flandern).

Am 10. November 1920 wählte der Soldat Auguste Thin in der unterirdischen Zitadelle den 6. Sarg aus, da er zum 6. Korps und zum 132. RI gehörte, dessen addierte Zahlen ebenfalls 6 ergaben.

Der Korporal Auguste Thin, in Begleitung von André Maginot, sollte den Unbekannten Soldaten in der unterirdischen Zitadelle von Verdun auswählen.

Der ausgewählte Sarg wurde nach Paris transportiert und dort am 11. November 1920 feierlich am Triumpfbogen präsentiert, unter dem der Sarg im Jahre 1921 beerdigt wurde. Auf dem Grab wurde eine heilige Flamme errichtet, die am 11. November 1923 zum ersten Male angezündet wurde. Die heilige Flamme wird alljährlich von Wanderern von Paris nach Verdun gebracht und brennt vom 01. bis zum 11. November in der Krypta des Totendenkmals. Die Körper anderen 7 unbekannten Soldaten wurden auf dem Nationalfriedhof von Verdun beigesetzt.