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Vor dem Beginn der Schlacht

Vor dem Beginn der Schlacht von Verdun

 Ein Grabenkrieg 

Nach den Kämpfen von 1914 und 1915 wurde es im Sektor von Verdun wieder etwas ruhiger. Nach dem Angriff von 1914, dem Rückzug der Deutschen an die Ufer des Flusses L’Aisne und dem Voranschreiten zum Meer erstreckte sich nunmehr eine nahezu 800 km lange Front von der Nordsee bis hin zur schweizerischen Landesgrenze. Der Glaube an einen schnellen Krieg, der auf beiden Seiten noch im August 1914 vorherrschte, gehörte mittlerweile der Vergangenheit an... Den großen Kriegsbewegungen folgte nun ein Stellungskrieg.

Die Generalstäbe hielten vor allem die Informationen über die Empfindlichkeit der wichtigsten Dreh- und Angelpunkte zurück. Die Verteidungsanlagen Lüttich und Namur konnten der Kraft der Bombeneinschläge nur geringfügig entgegenhalten. Bei der neuen Strategie wurden nunmehr Armeen auf dem Lande bevorzugt.

Die befestigte Region von Verdun „Région Fortifiée de Verdun“ (RFV) wurde am 10. August 1915 geschaffen. Hierbei handelte es sich um eine weitreichende Anlage, die sich viel besser an verschiedene Gegebenheiten anpassen konnte und die militärische Struktur des ehemaligen Dreh- und Angelpunktes ersetzte. Die RFV umfasste den gesamten Sektor von Saint-Mihiel bis L’Argonne. Die Verteidigungsanlagen verloren an Wichtigkeit. Im August 1915 entschied sich Joffre auch dazu, den von Bar-le-Duc nach Verdun führenden Weg um 7 Meter zu verbreitern. Dieser Weg spielte während der Schlacht von Verdun eine wichtige Rolle und wurde später als „Voie sacrée“ (dt. heiliger Weg) bezeichnet.

Joseph Joffre hielt weiterhin an einem offensiven Krieg fest. Die Angriffe in der Champagne im September 1915, bei denen die Armee von General Sarrail im Sektor von L’Argonne zum Einsatz kam, führten zu keinen nennenswerten Erfolgen. Der unter Kritik stehende Joffre bereitete dennoch eine neue Offensive im Departement Somme vor, die von Foch durchgeführt werden und dem Grabenkrieg ein Ende setzen sollte. Ab dem 05. August wurden die im Sektor von Verdun stationierten Kanonen abgezogen, zudem wurden die Verteidigungsanlagen des befestigten Ringes um Verdun weitestgehend entwaffnet. Ebenso wurde ein Großteil der hier anwesenden Garnison abgezogen. Die aktiven Bataillone wurden durch Reserve-Armeen, Soldaten vor Ort, ersetzt. Anfang 1916 waren in Verdun nur noch zwei Reserve-Bataillone und ein aktives Bataillon stationiert. Joffre glaubte allerdings nicht an eine Offensive in diesem Sektor, er bevorzugte die Hypothese eines weiter westlich stattfindenden Angriffs (bei Arras oder Reims). Die Bewegungen der deutschen Züge und Truppen, die im Januar 1916 in Woëvre (dt. Waberland) beobachtet werden konnten, sowie die Berichte der deutschen „Deserteure“, der Lothringer, konnten den Generalstab allerdings nicht überzeugen. Aber…

 Die deutsche Seite 

Seit Kriegsbeginn war die 3. französische Armee im Sektor von Verdun stationiert. Zunächst wurde sie vom General Culey und danach vom General Sarrail geleitet. Die Armee kämpfte gegen die 5. deutsche Armee, die unter der Leitung des Kronprinzen zum Einsatz kam. Anfang des Jahres brauchten die Deutschen einen Sieg. Von Falkenhayn, der Moltke nach der Niederlage der Schlacht an der Marne ersetzte, wählte Verdun aus. Seit der Schlacht an der Marne bildete dieser Sektor einen Einschnitt in den deutschen Linien. Zudem dachten die Deutschen, dass dieser Sektor isoliert lag und nur schwer militärische Unterstützung erlangen konnte. Die Deutschen verfügten über zahlreiche Schienenwege und große Bahnhöfe für den Transport von Soldaten und Material. Sie kannten die Gegend um Metz recht gut. Alles in allem sah die Lage für die Deutschen aus dieser Perspektive recht gut aus.

Zudem besaß der Name „Verdun“ auch einen großen Symbolgehalt, wobei dies insbesondere für die Herrscherfamilie galt. Dieser Name ist nämlich direkt mit dem Vertrag von 843 verbunden, der das Reich von Karl dem Großen einst unter seinen drei Enkeln aufteilte und die Grundlage des späteren Frankreichs und des späteren Deutschlands bildete. Desweiteren handelte es sich bei Verdun um die letzte französische Stadt, die von den Preussen im Jahre 1873 befreit wurde. Für die Preussen bildete eine mögliche Einnahme folglich ein Ereignis mit großem Symbolgehalt. Sollte Frankreich diese Stadt nach Kräften verteidigen wollen, würde man die Franzosen dann ganz einfach „ausbluten lassen“, ein Begriff, den Falkenhayn in seinen Memoiren verwendete. Unabhängig vom Ausgang dieser Schlacht würden die Deutschen hierbei siegen und Frankreich einen deutlichen Schaden zufügen können, was gleichzeitig auch Frankreichs wichtigen Alliierten, nämlich die Briten, entmutigen würde.